Wohngebiet "Burgblick"

Neustart mit Freiwilligenzentrum und FDaG!


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Wohngebiet Burgblick I in 35327 Ulrichstein (Teilansicht)

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Wohngebiet Burgblick II mit Blick auf die Kernstadt von Ulrichstein
Wohngebiet Burgblick II mit Blick auf die Kernstadt von Ulrichstein

Konzept

Gemeinschaft-

liches Wohnen

Im September 2014 trat eine kleine Initiative erstmals mit einem Entwurf (Senioren-dorf) für gemeinschaftli-ches Wohnen in dem ehe-maligen Feriendorf Ulrich-stein an die Öffentlichkeit. Bereits 2009 hatte eine HAL/ IWU-Studie  unter verschie-denen Aspekten (vgl. SS 25, 32, 44 unten/45, 49, 53, 55 und 59) Maßnahmen zu dessen Neubelebung im Rahmen der allgemeinen Stadtentwicklung empfoh-len.

Im selben Jahr avancierte das zwischenzeitlich in Fe-rienpark Burgblick und zu-letzt Wohngebiet Burgblick umbenannte ehemalige Fe-rienresort vom Sonderbau-gebiet zum regulären Stadt-viertel mit Dauerwohnrecht


Rechenbeispiel | Die Skyline von "Mainhattan" sehen Sie auch im Vogelsberg. Ihr Bus-Ticket in die alte Hei-mat kostet gerade mal 5 €! Wohnenbleiben in Rhein-Main ist dagegen mehr als doppelt so teuer wie z.B. in Ulrichstein!

Das HR-Magazin "M€X"  bringt's auf den Punkt: Es hängt vom Wohnort ab, ob man von seiner Rente noch gut leben kann!



Konzept (Fortsetzung)

 

Diese Korrektur einer fehlgeleiteten Tourismusförderung zu Lasten des Steuerzahlers und des Naturschutzes, die auch andernorts noch bis in jüngste Zeit zu beobachten ist, eröffnete neue Perspektiven für eine Erhöhung der Attraktivität Ulrichsteins als Wohnstandort "z.B. für Rentner", um "so von deren Kaufkraft zu profitieren“ (vgl. HAL/IWU-Studie S. 32). Zugleich wurde damit eine wichtige Voraussetzung für die Verringerung der Leerstände im Kernstadtbereich geschaffen, zu denen das einstige Feriendorf noch immer maßgeblich beiträgt. Bauliche Veränderungen durch Nachverdichtung bzw. Umnutzung bereits bebauter Flächen an Stelle einer Neuausweisung von Wohngebieten, wie die zitierte Studie sie vor dem Hintergrund der Leerstandsproblematik dringend empfiehlt (ebd.), sind gerade im Burgblick leicht umzusetzen.  Dies würde zum Beispiel eine Erweiterung des Angebots an attraktiven und innovativen Immobilien, etwa durch mit pfiffigen Raumsparmöbeln ausgestattete 1- bis 2-Zimmer-Appartements oder trendige Microhäuser, ermöglichen. Man müsste es nur wollen!  

 

Von dem Label "Seniorendorf" haben wir uns inzwischen verabschiedet, nachdem keine gemeinsame Linie zwischen unserer Auffassung von gemeinschaftlichem Wohnen und den kommerziellen Interessen der einstigen Feriendorfbetreiber gefunden werden konnte, die anfangs in unser Projekt einbezogen waren. Es zeigte sich, dass diese lediglich daran interessiert waren, die noch nicht privatisierten Immobilien des einstigen Feriendorfs mit Hilfe des Narrativs von einer Gemeinschaft hilfsbereiter Nachbarn "so, wie sie sind" leichter zu veräußern. 

 

Aktuell sprechen wir von generationenübergreifendem gemeinschaftlichem Wohnen in Selbstorganisation. Im Idealfall können sich die in dem Wohngebiet bereits ansässigen bzw. dort zuziehenden BewohnerInnen im Sinne einer "sorgenden Gemeinschaft" zu- sammenschließen, um dem vielfach dokumentierten Wunsch der meisten Menschen zu entsprechen, bis ins hohe Alter in der gewohnten Umgebung verbleiben und ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Haushalt führen zu können.

 


"Mehr Sicherheit im Wohngebiet" dank Nachbarschaftshilfe 

Eine gute Nachbarschaft sorgt in vielen Bereichen für mehr Lebensqualität. Diese Erkenntnis setzt sich mittlerweile auch bei der Polizei durch. Unter dem Slogan "Vorsicht! Wachsamer Nachbar" wurde jüngst im Vogelsbergkreis ein Pilotprojekt gegen die zunehmende Einbruchskriminalität gestartet, an dem neben dem Polizeipräsidium Osthessen und der Polizeidirektion Vogelsberg die Stadt Alsfeld und die evangelische Kirchengemeinde Alsfeld  als Kooperationspartner beteiligt sind.

Grundsätzlich einbezogen sind aber die Bürger im gesamten Kreisgebiet. Und wie wir meinen, hätte dieses Pilotprojekt durchaus ein großes Potenzial über die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen hinaus!                                                                                                                                                                                                                           Weiter lesen...



Konzept (Fortsetzung)

 

"Wohnen zu Hause" oder "Siedlungsgemeinschaft"?

"Wohnen ist Leben", sagt man und meint damit: Lebensqualität hängt zu einem erheblichen Teil davon ab, wo und wie wir wohnen. Dabei geht es nicht nur um einen angenehmen Wohnort, dessen geographische Lage, Siedlungscharakter, Bebauung und Atmosphäre, und nicht nur um das "passende" Mietobjekt oder Eigentum. Ähnlich bedeutsam - insbesondere unter dem Aspekt der Daseinsvorsorge und Versorgungssicherheit im weitesten Sinne - sind auch die örtliche Infrastruktur und das gesamte soziale Umfeld der Gemeinde.   

Bei der Realisierung gemeinschaftlichen Wohnens im Wohngebiet Burgblick kommen im Wesentlichen zwei Organisationsformen in Betracht (vgl. Webseite "Gemeinschaftliche Wohnformen" des Kompetenznetzwerks Wohnen): 

 

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1. Wohnen zu Hause

Wohnen-Bleiben-zu-Hause auch in höherem Alter ist der Wunsch der weitaus meisten Menschen. Es entspricht den Zielen der Politik, um den anstehenden großen Andrang Älterer und vor allem älterer Pflegebedürftiger bewältigen zu können. Diese Form wird in Zukunft für die weitaus meisten Menschen in Frage kommen.

  • Charakteristik: Damit es zu einem Teil eines gemeinschaftlichen Wohnens wird, muss die Wohnung und vor allem die Bewohner und Bewohnerinnen Anschluss finden an ein soziales Netzwerk.
  • Rechtliche und wirtschaftliche Organisation: In Frage kommt die Beteiligung sowohl für Wohnungen in eigenem wie auch für übliche Mietwohnungen in fremden Eigentum
  • Besonderheiten: Sinnvoll ist zu prüfen ob die Lage [...] für das Wohnen im Alter geeignet und die barrierefreie Erreichbarkeit gewährleistet ist. Die Wohnungsaus-stattung muss ein selbstständiges Wohnen auch in hohem Alter und bei körperlichen Einschränkungen fördern und geeignet sein, damit dort die Hilfs- und Pflegeleistungen erbracht werden können.

2. Siedlungsgemeinschaft

Siedlungsgemeinschaften im Sinne der neuen gemeinschaftlichen Wohnformen entstehen erst, wenn zu dem Wohnen in einer Siedlung eine aktive und wirksame Nachbarschaft vor Ort hinzukommt. Alleine die einheitliche Eigentümerschaft  und Verwaltung beispielsweise im Rahmen einer Wohnungsgenossenschaft begründet noch keine Siedlungsgemeinschaft in der hier angesprochenen Form. Das entscheidende Kriterium ist, dass ein soziales Netzwerk über das Wohnen hinaus besteht.

 

Charakteristik:

  • Eine Siedlung zeichnet sich durch eine gewisse Homogenität in Nutzung, Gestaltung und Verwaltung aus. Äußerlich sind die Siedlungen durch mehrere Gebäude in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang gekennzeichnet, die sich oft durch gleichartige Gestaltung der Häuser, eine einheitliche Erschließung mit Wegen, Plätzen und Strassen und eine verbindende Gestaltung der Grün- und Freiflächen auszeichnen.
  • Größere Anzahl von Bewohnern und Bewohnerinnen
  • Kann in bestehenden oder Neubau-Siedlungen entstehen
  • Oft handelt es sich um ältere Siedlungen, für die die Eigentümer die Herausforderungen der Anpassung an moderne Anforderungen angenommen haben.
  • Maßnahmen zur Bildung aktiver Gemeinschaften werden in der Regel auf Initiative von Selbsthilfegruppen oder Wohnungsunternehmen eingeleitet. Im Zentrum stehen Aktivitäten und Einrichtungen, die das Zusammenleben der Generationen und die Nachbarschaftshilfe fördern. Die Maßnahmen umfassen  z.B. Gründung von Nachbar-schaftshilfevereinen, Organisation von Tauschbörsen, Einbindung professioneller Hilfs- und Pflegeangebote, aber können und sollten auch bauliche Maßnahmen umfassen (Verbesserung der Barrierearmut oder -freiheit z.B. durch Einbau von Aufzügen, Einrichtung oder Neubau von Gemeinschaftsräumen, Umbau von Bädern, Ergänzung von Pflegewohnungen und Wohnungen für Menschen mit körperlichen Behinderungen.

Rechtliche und wirtschaftliche Organisation:

 

Die größere Homogenität der Siedlungen beruht auf einem einheitlichen Initiator und Entwickler. Es kann sich dabei um eine selbst organisierte Bürgergruppe, eine Wohnungsbaugenossenschaft oder ein kommunales oder privatwirtschaftliches Wohnungsunternehmen handeln.

Die weitaus meisten Siedlungen haben einen einheitlichen Eigentümer, meist auch eine einheitliche Verwaltung. Typisch sind beispielsweise die großen Gartenstädte und Wohnsiedlungen im Eigentum der Wohnungsgenossenschaften oder der kommunalen Wohnungsunter-nehmen.

Im Rahmen dieser Siedlungen können bestimmte Aufgabenbereiche von der lokalen Haus- oder Siedlungsgemeinschaft übernommen werden. Das ist entweder durch die Satzung (z.B. bei Wohnungsgenossenschaften durch sog. Hausgemeinschaften) oder durch Individualverträge (bei sonstigen Wohnungsgesellschaften) geregelt.

Wichtig: Wie bei den Hausgemeinschaften sollte die Siedlungs-gemeinschaft ein vertraglich zugesprochenes Recht zur Mitbestim-mung bei der Belegung der Wohnungen haben. Dies kann auch getrennt nach einzelnen Siedlungshäusern erfolgen.

[...]

Seit etwa den 80er Jahren gibt es darüberhinaus eine vergleichsweise geringe, aber zunehmende Anzahl von Siedlungen, die auf der Grundlage besonderer ökologischer oder sozialer Zielstellungen in Selbstorganisation entstanden sind. Die einzelnen Häuser oder Wohnungen befinden sich entweder in individuellem oder in gemeinschaftlichem Eigentum. Sie weisen ähnliche homogene städtebauliche Strukturen und eine weitgehend einheitliche Architektur auf, die sich bis in die Verwendung bestimmter Baumaterialien oder der gemeinsamen Energieversorgung (BHKW= Blockheizkraftwerke, BHW=Block-heizwerke) erstrecken kann.

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Konzept (Fortsetzung)

 

"Nägel mit Köppen"

Bei realistischer Einschätzung der örtlichen Gegebenheiten liegt das als "gemeinschaftliches Wohnen" derzeit kurz- bis mittelfristig Umsetzbare etwa in der Mitte zwischen "Wohnen zu Hause" und "Siedlungsgemeinschaft". Ein einheitliches Konzept einer neuen Wohn- und Lebensform über Generationengrenzen hinweg für das gesamte Wohngebiet Burgblick dürfte in absehbarer Zeit nicht realisierbar sein und muss daher Fernziel bleiben. Es werden sich nur diejenigen Bewohner zusammenschließen, die über ausreichenden Weitblick und echte Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement verfügen. Weitere "Neubürger", die sich von unseren Ideen angezogen fühlen und unser Projekt mit aufbauen wollen, dürften hinzu kommen. Bereits jetzt haben die Berichterstattung und die öffentliche Diskussion über unsere Pläne eine erhebliche Belebung des noch vor wenigen Jahren weitgehend "toten" Wohngebiets ausgelöst, wenn auch mancher Zuzug auf der Weckung falscher Erwartungen beruhte (siehe das Schwindel-Projekt "Siedlung Burgblick", das der Hochstapler Rolf H. im Auftrag der einstigen Feriendorfbetreiber als kommerzielles Gegenmodell zu unseren Bestrebungen hier inszenierte).

  

Im Gegensatz zu derartigen Verkaufsstrategien bemühen wir uns - bei aller Begeisterung für gemeinschaftliche Wohnkonzepte und alternative Wohnformen und bei aller persönlichen Einsatzbereitschaft - um ein Höchstmaß an Seriosität und Realitätssinn.

 

Hierzu gehört vor allem eine nüchterne Analyse der Möglichkeiten und Grenzen des freiwilligen Engagements:

  • Unser Projekt ist nichts "Fertiges", in das man nur hinein zu schlüpfen braucht wie in einen Hausschuh, um sich "versorgen" und "betreuen" zu lassen!
  • Wir bieten kein "Rundum sorglos", kein Wohnparadies, wo endlich mal "alles stimmt", kein "Traumschiff" mit Animationsprogramm und keine "Residenz" mit Zimmerservice. Die Herausforderung besteht in einer aktiven Beteiligung an Problemlösungen zur Bewältigung des Alltags!
  • Wir leiden nicht an einem "Helfersyndrom" und verstehen freiwilliges Engagement nicht als Selbstausbeutung und Selbstaufopferung, durch die gesellschaftliche Widersprüche oder fehlerhafte politische Entscheidungen ausgeglichen werden!
  • Phantasten und Sozialromantiker, die sich bei jedem alternativen Wohnprojekt gern einfinden, sind bei uns an der falschen Adresse. Wir retten nicht die Welt, sondern beraten und unterstützen, damit der Alltag auch unter erschwerten Bedingungen gelingt und ein lebenswertes Leben in Würde möglich bleibt.
  • Viele von uns gehören zu der Generation 60 Plus. Aber wir sind kein Selbsthilfeprojekt für Senioren. Unsere Arbeit stützt sich auf den Freiwilligendienst aller Generationen (FDaG).
  • Der FDaG stellt ein Format dar, das wirklich "funktioniert": Schnell, direkt und unbürokratisch.
  • Bei der Entwicklung und Durchführung unserer Projekte werden wir beraten von dem Mobilen Kompetenzteam Mittelhessen des FDaG  und der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf als überörtlichem gemeinnützigem Träger. Diese bürgen auch für die notwendige Qualitätskontrolle und Fortbildung der freiwilligen Helfer.
  • Als Einsatzstellen des Freiwilligendienstes aller Generationen (FDaG) vor Ort fungieren das Freiwilligenzentrum Ulrichstein und die Verbraucherberatungsstelle AVIB gemn.e.V.
  • Die von uns entwickelten Einzelprojekte sind auf Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit angelegt. Hierzu tragen die Rahmenbedingungen bei, die durch den FDaG gesetzt werden. 
  • Auch wir sprechen uns - wie beispielsweise die bagfa - gegen eine Monetarisierung des Ehrenamts (i.S. "direkter oder indirekter Geldzahlungen im Rahmen von Tätigkeiten, die [...] als freiwilliges, ehrenamtliches oder bürgerschaftliches Engagement gelten,") aus. Es darf aber nicht übersehen werden, dass der notwendige Umfang an regelmäßigen Unterstützungsleistungen gegenüber Mitbewohnern in gemeinschaftlichen Wohnpro-jekten im Vorfeld der Pflegebedürftigkeit ein Ausmaß erreichen kann, das nicht mehr als "niederschwellig", "gelegentlich" usw. bagatellisierbar ist. Hier müssen Möglichkeiten gefunden werden (Beispiel "Rentnerfirma", "Kleinstunternehmen"), Alltagshilfen in erheblichem Umfang auch gegen Entgelt (aber zu maßvollen Tarifen) zu vermitteln, wie dies beispielsweise auch über Pflegedienste kirchlicher Träger (Diakonie) bereits geschieht.     

Projekte

  1. Projekt Selbstorganisation  

Aufgaben: Information der Bewohner des Wohngebiets Burgblick über die Möglichkeiten der Selbstorganisation im Sinne des gemeinschaftlichen Wohnens. Nach diversen Anlaufschwie-rigkeiten soll nochmals ein Neustart ohne hinderliche Barrieren wie die Beteiligung der Kommune, eine Vereinsgründung o.ä. gewagt werden.

Die Notwendigkeit der Schaffung eines sozialen Netzwerks (Wohnen zu Hause/Sied-lungsgemeinschaft) im oben beschriebenen Sinne ist objektiv gegeben. Zumindest theoretisch besteht durch die hohe Zahl von Grundstückseigentümern und Mietern im Rentenalter bereits ein Bedarf nach gelegentlichen Hilfen. Ob aus dem faktischen Bedarf auch ein konkretes Bedürfnis entsteht, wird sich mit der Zeit erweisen. In Zukunft ist mit erhöhter Nachfrage nach Alltagshilfen im Bereich des Wohngebiets zu rechnen (siehe hierzu die Analysen der o.g. HAL-/IWU-Studie "Perspektiven für Ulrichstein"). Aktuelle Recherchen haben allerdings ergeben, dass ein entsprechendes Angebot seitens öffentlicher oder privater Träger im Bereich Ulrichstein nicht besteht. Da dies offensichtlich noch nicht überall erkannt wird, bedarf es weiterer Öffentlichkeitsarbeit, um auf diesen Missstand hinzuweisen, aber auch eigener Anstrengungen, um die zukünftig notwendige soziale Infrastruktur mit aufzubauen. Dabei kommt es nicht auf eine möglichst große Zahl von Mitstreitern an. Es gilt das Feuerwehrprinzip: Für den "Fall der Fälle" müssen bestmögliche Vorkehrungen getroffen, d.h. Einrichtungen geschaffen, Ausrüstung beschafft sowie die notwendigen Alltagsroutinen eingeübt werden, um diese richtig einzusetzen. Und ungeachtet dessen freut man sich, dass es (noch nicht) brennt!      


2. Projekt Treffpunkt

Aufgaben: Betrieb eines Bürgertreffpunkts mit (Internet-)Cafe, Konferenz- und Klein-gruppenräumen für AGs, Musikübungsraum, Küche für gemeinsames Kochen (indoor/-outdoor), Grillfeste, Informationsveranstal-tungen und Lesungen, Übernachtungsmög-lichkeiten für Hilfskräfte usw. Geplant sind ferner "Mitfahrerbänke" für einen regel-mäßigen Mitfahr- und Begleitdienst.

Ein Haus mit multifunktionaler Einrichtung und großem Wiesengrundstück (siehe Fotos) steht aus Privatbesitz mietfrei zur Verfügung.

Durch diesen Teil einer engagementfördernden Infrastruktur sollen Alltagsroutinen ent-wickelt und Interessenten für die Nutzung und Mitarbeit mobilisiert werden.


 3. Projekt Help- und Infocenter  

Aufgaben: Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Alltagshilfen/AlltagshelferInnen („Helpcenter“), die ein Magazin mit Geräten und Werkzeugen (bereits aus Privatmitteln eingerichtet) vorhält und über ein Bürgerbüro Hilfe im Alltag (haushaltsnahe Dienst-leistungen und Kleinreparaturen, Fahrdienste und Kleintransporte, Haustierversorgung u.a.m.) organisiert sowie über Verbraucherthemen im Zusammenhang von Selbst-organisation und gemeinschaftlichem Wohnen (Sicherheits- und Rechtsfragen, Herstellung von Barrierefreiheit, technische Hilfsmittel, unabhängige behördliche oder gemeinnützige Ansprechpartner bei Notlagen, Pflegebedürftigkeit o.ä., Aufbau von Pflegewohngruppen in Eigeninitiative usw.) informiert.

 

Hierfür wird ein(e) Freiwillige(r) im Rahmen des FDaG benötigt, die/der in Kooperation mit amtlichen Stellen/Wohlfahrtsverbänden/professionellen Pflegediensten usw. sowohl Hilfe-leistende als auch Hilfesuchende berät bzw. diese zusammenführt. Hierzu gehören ggf. auch der Aufbau eines Informationssystems (z.B. mit Hilfe des örtlichen Stromanbieters, Nachbarschaftsaktionen nach dem Motto: „Aufmerksame Nachbarn“ o.ä.), um nicht artikulierten Hilfebedarf bzw. potenziell hilfsbedürftige Personen zu identifizieren, Impulse zur Gründung von Kleinunternehmen oder eines behördlich tolerierten Handwerkerdienstes, die im Gegensatz zu hilfsbereiten Nachbarn/ ehrenamtlichen Helfern bestimmte haus-haltsnahe Dienstleistungen in größerem Umfang bzw. zuverlässig und permanent erbringen können, die Organisation von Carsharing, Food-Saving usw.          


4. Projekt soziales Bauen und Wohnen  

Aufgaben: Öffentlichkeitsarbeit für das Wohngebiet Burgblick, Information und Beratung über alternative Wohnformen. Hauptzielgruppe: Allein lebende Senioren bzw. Singles / Alleinerziehende / Paare mit geringem Einkommen / Gentrifizierungs-Opfer aus großstädti-schen Ballungsgebieten (ohne Anbindung an den lokalen Arbeitsmarkt).

 

In Kooperation mit der Verbraucherberatungsstelle AVIB gemn.e.V. und als Teil des Small House Movements (unterstützt durch „Tiny-Houses Deutschland“), siehe hierzu

sollen Modelle für preiswerte, aber dennoch komfortable und barrierefreie (Senioren-) Wohnlösungen als Alternative zum herkömmlichen sozialen Wohnungsbau entwickelt werden, durch die nicht nur der Budget-Anteil für Wohnen deutlich zurück geschraubt werden kann, was einer Erhöhung des "zum Leben" verbleibenden Anteils an Rente, Unterhalt etc. gleichkommt, sondern auch neue kooperative Siedlungs- bzw. Lebensformen ermöglicht werden.

In diesem Rahmen könnte durch Realisierung entsprechender Um-/Anbau-/Neubauprojekte im Wohngebiet Burgblick eine Art Entwicklungslabor/Musterhaus-Park entstehen, in dem originelle und individuelle Wohnlösungen vorgestellt, in der Praxis ausprobiert (Probe-wohnen) und unter Alltagsbedingungen optimiert werden.

Denkbar wäre auch, den Musterhauspark zur Tourismusförderung und für soziale Projekte (Ferienhaus-/Glamping-Angebote speziell für Alleinerziehende mit geringem Einkommen, pflegende Familienangehörige etc.) zu nutzen, wobei sowohl FDAGler als auch Ein-Personen-Firmen (Rentner) als Betreuer, Animateure, Haushandwerker, Servicekräfte usw. zum Einsatz kommen könnten.

Zur Vorbereitung dieses Projekts sollte zunächst ein(e) KoordinatorIn (FDaG-Stelle) mit adäquater handwerklicher und/oder akademischer (Architekt, Innenarchitekt) Qualifikation gefunden werden, deren/dessen Fachwissen die Entwicklung von Kleinhäusern wie von Raumspar-/Multifunktionsmöbeln/seniorengerechter Einrichtung umfasst.      


Historie und Hintergrund


Besonderheiten des Projektstandorts

Hoherodskopf, mit 764 m ü. NN zweithöchster Gipfel des Vogelsbergs

Der Naturpark Hoher Vogelsberg gehört wohl noch immer zu den touristischen Geheimtipps. Jedenfalls weist keines der einschlägigen Reiseportale im Internet den Vogelsberg als eigenständige Mittelgebirgsregion mit besonderem Profil aus. Dabei hat die Landschaft zwischen Rhön, Spessart, Wetterau und Westhessischem Bergland nicht weniger zu bieten als beispielsweise Vulkaneifel, Sauerland oder Bayrischer Wald, stellt sie doch mit 2500 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Basalt-massiv vulkanischen Ursprungs in Europa dar. Es handelt sich hierbei übrigens nicht um einen einzigen großen Schildvulkan, wie von der Fachwelt lange fälschlich behauptet wurde. Der Vogelsberg setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelvulkanen zusammen, deren Basaltdecken sich überlagern und von einem zentralen Plateaubereich, dem bis 773 m aufragenden Oberwald, ringförmig und treppenartig zu den Rändern abfallen. Hauptorte der Oberwald-Region (Hoher Vogelsberg) sind Gedern, Herb-stein, Schotten und Ulrichstein. 

 

Ulrichstein soll laut G.F. Tauthorns "Ausführlicher Geschichte der Hessen" (S. 488) einst "Mühlstein" (oberhessisch "Mullstaa") geheißen haben1. In alten Urkunden taucht neben "Mullstaa" aber auch der noch ältere Ortsname "Molestine" auf, was beweist, dass "Mullstaa" eine Verballhornung der älteren, aus den mittelhochdeutschen Wörtern mol, molle = Eidechse und stin(e) = Stein(e) gebildeten Ortsbezeichnung darstellt. Der ur-sprüngliche Ortsname bedeutet also nicht "Mü(h)lstein", wie man dies auf historischen Kupferstichen in falscher  Übersetzung lesen kann (siehe Abbildung unten), sondern "Eidechsenstein(e)"!

Errichtet also auf einem Basaltkegel, wo sich einst die Eidechsen tummelten, gilt Ulrichstein heute als die höchst gelegene "Stadt" Hessens. Sie ist mit knapp über 3000 Einwohnern zugleich auch eine der kleinsten, was in allerlei Verniedlichungsformen ("Bergstädtchen" etc.) der touristischen Selbstdarstellung seinen Niederschlag findet. Die durch Gebietsreform um acht Ortsteile erweiterte heutige Großgemeinde weist außer der nicht unumstrittenen  Windstromerzeugung keine nennenswerte Industrie auf. 

 

Markantes Erkennungzeichen im historischen Ortskern ist die Ruine der ehemaligen Burg (später Schloss) auf dem 614 m ü.N.N. gelegenen Burgberg, die eine alte Post-kartenansicht "ums Jahr 1600" noch als stattliche Höhenburg mit ausgedehntem Wirtschaftstrakt und durch mehrere Türme gesicherter Burgmauer zeigt (siehe Abbildung).

Ihren Ursprung hat die Burg Ulrichstein mutmaßlich Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts. Sie dürfte - entgegen der recht einfältigen Sage von dem Hirtenjungen Ulrich Mull, der einer Schlange das Leben rettete und von dieser mit Reichtümern belohnt wurde, die er zum Bau der anschließend "Mullstaa" genannten Burg verwendet haben soll - zunächst zur Sicherung der Grundherrschaft  eines niederen Adeligen errichtet worden sein. Während des Interregnums nach dem Tod Friedrichs II. (1250 bis 1273) und des thüringisch-hessischen Erbfolgekriegs (1247 bis 1264) führte die Schwächung der Zentralgewalt zu willkürlicher Machtausübung örtlicher Grundherren. Tauthorn ordnet die Ulrichsteiner Burg und deren Besitzer  - ähnlich wie die im nahen Petershain und in Rudlos  ansässigen Ge-schlechter - der Raubritterschaft zu. Vielleicht handelte es sich aber auch nur um Mitglieder des hessischen Uradels, die in der Auseinandersetzung größerer Territorialmächte zwischen die Fronten gerieten oder sich der falschen Partei anschlossen. Die "Kriegspropaganda" der damaligen Zeit und die Geschichtsschreibung der Herrschenden machte dann aus politischen Gegnern "Gesetzlose". Im Zuge der Erbauseinandersetzungen um die Landgrafschaft Thü-ringen und der Konsolidierung der schließlich abgespaltenen Landgrafschaft Hessen wurden jedenfalls laut historischen Quellen die "Raubschlösser und Mordkauten" von Ulrichstein und Umgebung durch den ersten hessischen Landgrafen Heinrich I. (1244 bis 1308) angegriffen und entweder zerstört (Petershain, Rudlos) oder - wie Ulrichstein - zuverlässigen Gefolgs-leuten zu Lehen gegeben.

 

Im 16. Jahrhundert kehrten die einstigen Raubritterzeiten noch einmal kurzzeitig zurück, als das Schloss an Christoph Ernst, betitelter "Graf von Dietz" (1543-1603) fiel, einen Sohn Landgraf Philipps des Großmütigen aus der Nebenehe mit Margarete von der Saale. Dieser wurde "durch sein unzüchtiges Leben zum Schrecken der Umgebung", bevor seine Halbbrüder, die Landgrafen Wilhelm, Ludwig und Georg, eingriffen und am 7. April 1570 das Ulrichsteiner Schloss eroberten. Der unbotmäßige Schlossherr wurde ob seiner Verbrechen angeklagt und 33 Jahre lang bis zu seinem Tode in der Feste Ziegenhain inhaftiert.

 

Im 30-jährigen Krieg noch mit Wällen und fünf Toren stark befestigt, büßte Ulrichstein seine strategische Bedeutung aufgrund der militärtechnischen Entwicklung (Aufkommen der Artillerie) bald darauf ein und erlebte in den nachfolgenden Jahrhunderten neben dem politischen Bedeutungsverlust auch einen starken wirtschaftlichen Niedergang. Im Sie-benjährigen Krieg (1756–1763) wurde die Stadt stark in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem Großbrand am 1. Februar 1763, verursacht durch ein mit Schießpulver spielendes Kind, wurde die Ulrichsteiner Altstadt fast völlig vernichtet. Die Stadt verarmte. Zwischen Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts gab es verschiedene Hungersnöte. Viele Bewohner Ulrichsteins wanderten aus, ihre Häuser verfielen. Das Schloss, das seit 1570 nur noch als Sitz von Rent-meistern und Amtmännern der jeweiligen hessischen Landgrafen oder Großherzöge fun-gierte, die hier Wegezoll und Abgaben (den Zehnten) erhoben und die Gerichtsbarkeit aus-übten, wurde 1826 von einem Privatmann erworben, der es in den Jahren 1835/36 zu großen Teilen abbrechen ließ und die Steine als Material für Neubauten in Ulrichstein verkaufte. 1853 erwarb das Großherzogtum Hessen-Darmstadt die Überreste der Burg aus Privathand zurück. Für deren Erhaltung sorgt heute ein Bürgerverein.


Entwicklung des "Feriendorfs Ulrichstein"

Nach dem zweiten Weltkrieg kam Ulrichstein als Erholungsort zu relativer Blüte, wohl nicht zuletzt dank der exponierten Aussichtslage der kleinen Bergstadt und ihrer Nähe zu den ausgedehnten Wandergebieten des Oberwaldes mit den höchsten Erhebungen des Vogels-bergs, dem Taufstein (773 m) und dem Hoherodskopf (763 m). 1961 eröffnete als erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland das Erholungsheim "Haus Ulrichstein" (lange Zeit Investitionsruine und ein Schandfleck im Ortsbild, inzwischen allerdings abgerissen), das vom Verband der Heimkehrer und dem Kyffhäuserbund betrieben wurde. Ab 1966 wurde durch ein Quellen-Unternehmen aus Neuselters Heilwasser an die Ulrichsteiner Erholungs-suchenden ausgegeben. Es wurde für die Folgejahre die Errichtung eines Kurmittelhauses und die Anerkennung als "heilklimatischer Kurort" ins Auge gefasst. Diese Pläne kamen allerdings nicht zur Ausführung. Anfang der 1980er Jahre setzte man große Hoffnungen auf eine Belebung des Fremdenverkehrs durch Errichtung des "Feriendorfs Ulrichstein" am Rand der Kernstadt. Trotz bis heute unverändert günstiger Bedingungen für den Tourismus erfüllten sich diese Hoffnungen jedoch nicht. Über die Gründe schreibt der SPIEGEL bereits 1982:

 

>> "Ferien + Rendite" heißt die Zauberformel. Sicher und lukrativ, so wird verheißen, ließe sich überflüssiges Geld in Feriendörfern anlegen. Das Ferienglück liegt angeblich nicht mehr nur an den Küsten ferner Meere, wo es solche Touristendörfer schon länger gibt. Mit Hochglanzprospekten, die "herrliche, unverbrauchte Natur" anpreisen, werden jetzt die Hänge und idyllischen Talwinkel der deutschen Mittelgebirge vermarktet.

Energiekrise und Rezession, so fabulieren die Werber, hätten dafür gesorgt, dass der Deutschland-Urlaub "der neue Hit im Freizeitgeschäft" sei. Dabei gehe der Trend weg von den Hochhausbetonbunkern und Bettensilos, die seit Jahren bereits die Ostsee-Strände verschandeln; gefragt sei nun der anheimelnde Dorf-Look des "Ferienparks der neuen Generation".

Den Käufern der Ferienhäuschen winken scheinbar mühelos erzielbare "gute und sichere Mieteinnahmen", weil sich "die Reiseveranstalter um diese Ferienobjekte reißen". Doch die Werbesprüche haben mit der Wirklichkeit nicht viel gemein. Weder Reiseveranstalter noch Erholungsuchende sind besonders versessen auf Plätze in deutschen Feriendörfern. Verdient haben an den Erholungssiedlungen bisher vornehmlich Bau- und Boden-Manager. Die Rendite für die Anleger ist in der Regel dürftig; für die Kommunen, die oft großzügig mit Grund und Geld helfen, kommt wenig oder gar nichts dabei heraus. <<

 

Am Beispiel des Feriendorf-Anbieters Stefan J. gibt der SPIEGEL weitere Einblicke in das Geschäftsmodell der Branche:

 

>> Die "Tannengrundstücke" im Rheinböller "Märchenwald" hatte ihm die Kommune je Quadratmeter zu zehn Mark überlassen; "günstig", wie er schrieb, reichte er sie für 32 Mark weiter. Ähnlich großzügig kalkulierte Jäckel seine 60-Quadratmeter-"Bungalows". Ohne die happigen Nebenkosten offerierte er ("Verpassen Sie nicht die Gunst der Stunde") das Haus "Typ Hunsrück" für 119 500 Mark; er selbst zahlte für das Haus einen Pauschalpreis von 58 000 Mark.

Obenan auf den Käuferlisten solcher Verkaufsgenies stehen die arrivierten Mittelständler mit dem Drang zum Erst- oder Zweit-Häuschen im Grünen. Mittels "Bauherrenmodell" möchten sie, weiß Marktführer Bernhard Hein aus Bottrop, "ihr Rendite-Ferienhaus am liebsten ganz mit Steuergeldern finanzieren". Dabei übersehen sie meist, wie schlecht die Domizile gebaut sind.

"Nach drei Jahren muss die Innenausstattung total erneuert werden", berichtet Müller-Buchhof heute, "nach fünf Jahren fallen wesentliche Teile der Häuser in sich zusammen." Müller-Buchhof muss es wissen, er baute und verwaltete schließlich Feriendörfer.

Gelockt werden die Kunden auch mit dem Versprechen, dass sie sich um ihren Immobilienbesitz nicht weiter zu kümmern brauchen. Für die Vermietung sorge eine Verwaltungsgesellschaft.

Die Gesellschaften halten auch allerlei Beiwerk parat: Hallenbad, Sauna und Solarium, Tennis- und Reithallen, Einkaufscenter, Restaurants und Kegelbahnen. Diese Vergnü-gungsstätten, von stimmungsmachenden Animateuren belebt, sollen den entschei-denden Konkurrenznachteil der Feriendörfer in deutschen Mittelgebirgen ausgleichen: dass es an Meeresstrand und Sonnenlicht mangelt.

"Man kann dem Gast doch nicht zumuten, dass er bei Regen in der Bude sitzt und nicht weiß, was er tun soll", umschreibt TUI-Sprecher Günter Pölzelmayer die Anforderungen der Reiseveranstalter.

Allzu häufig jedoch half all der touristische Schnickschnack nicht - die nötigen Gäste blieben aus. "Die Konkurrenz ist riesig", gibt Pölzelmayer zu bedenken, "und die Konkurrenz ist ganz Europa, nicht bloß das Feriendorf nebenan."

Und weil die Restaurants Kosten machen, weil Reithallen und Hallenbäder auf Pump gebaut wurden, ist der Konkurs der Trägergesellschaften nicht selten fällig.

Um den abzuwenden, reicht es meist noch nicht mal, wenn die Betten in der Ferienzeit voll sind. In den restlichen zehn Monaten des Jahres muss das Wochenendgeschäft brummen. Betriebsausflüge, Konferenzen und Seminare oder "Müllers tolle Kegel-touren" sollen zusätzliche Einnahmen bringen.

Da ist nur das Dilemma, dass die Gäste, für die das als "familienfreundlich" ange-priesene Feriendorf eigentlich gedacht war, solche "Stimmung wie in der Rüdesheimer Drosselgasse" (Müller-Buchhof) meist weniger mögen und am Ende einfach wegbleiben. Zumal der Spaß so ganz billig ja nicht ist.

Im Ferienpark Kirchheim beispielsweise kostet ein Sommerlogis für ein bis drei Personen pro Woche mindestens 845 Mark, im Eifel-Ferienpark Daun sind für sieben Tage Wohnrecht im 75-Quadratmeter-Bungalow gar 1070 Mark zu entrichten.

Das Hessische Umweltministerium fand heraus: "Die Tagesmieten für eine vierköpfige Familie in einem solchen Feriendorf sind im Durchschnitt etwa doppelt so teuer wie der Aufenthalt in einer gleichwertigen privaten Ferienwohnung oder im Rahmen des Pro-gramms Urlaub auf dem Bauernhof."

Fatal für die Feriendorf-Verwalter: Schon wenn die Anlage übers Jahr nur zur Hälfte ausgelastet wird, ist der Betriebsaufwand gemeinhin nicht mehr zu erwirtschaften.

Bleiben die Gäste aus, dann gehen auch die Rechnungen der Kommunalpolitiker aus der anliegenden Gemeinde nicht auf. Mit Millionen haben sie Straßen und Parkplätze, Strom- und Wasserleitungen für die vermeintlich zahlungskräftigen Touristen gebaut. All das zahlt sich nicht aus, wenn die Dörfer nur im Juli und August ausgebucht sind.<< 

 

Genau auf ein solches Feriendorfprojekt fiel auch die Stadt Ulrichstein Anfang der 1980er Jahre herein. Das Konzept der Betreiber - heute würde man von "Ballermann-Tourismus" sprechen - galt bereits in den 1970er Jahren als überholt und musste fast zwangsläufig zum "Entstehen touristischer Spekulationsruinen und Geisterstädte" (WOLF, 1978, zitiert nach Heintze) führen. Gottfried Heintze begründet dies in seinem Aufsatz  "Freizeitwohnen und Landschaft" (Heft 57/1990 der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege) damit, dass die "Haupttriebfeder" kommerzieller Feriendörfer auf der grünen Wiese Unterneh-mer oder Kapitalgesellschaften gewesen seien, die "zunächst überwiegend an dem Gewinn aus der Errichtung der Gesamtanlage interessiert sind, weniger aber an dem anschließenden Betrieb als Feriendorf". Hier liege sicherlich auch ein Grund dafür, "dass manche Ferien-dörfer schon kurz nach der Eröffnung in Schwierigkeiten gekommen" seien, "weil man das Management der Träger- und Vermietungsgesellschaften mit der 'linken Hand' betrieben" habe, so dass "von Anfang an [...] ein gewisses Risiko" bestanden habe, "dass spätestens nach Auslaufen der Vermietungsauflage die Häuser für den Fremdenverkehr nicht mehr zur Verfügung" gestanden hätten, "sondern als Wochenendhausgebiete oder Dauerwohnsitze genutzt" worden seien, "obwohl dies ja gerade laut entsprechender Forderungen des HLROP verhindert werden sollte und die Förderung dieser Feriendörfer durch öffentliche Mittel dadurch geradezu grotesk" wurde. 

 

In der 2009 veröffentlichten Studie "Demografischer Wandel im ländlichen Raum - Perspektiven für Ulrichstein" ist zu lesen:

 

>> Ulrichstein ist staatlich anerkannter Erholungsort. Frühere Zeiten, als jähr-lich 120.000 Übernachtungen in Ulrichstein gezählt wurden, sind allerdings lange  vorbei. Damals verbrachten Familien aus den Großstädten ihren Urlaub auf dem Land und vorzugsweise in Deutschland. Wesentliche Übernachtungskapazitäten beher-bergte das Feriendorf Burgblick. Heute zählt man in Ulrichstein jährlich dagegen etwa 12.000 Übernachtungen, mit deutlich ansteigender Tendenz. [...] Heute bestimmen Tagesausflüge oder allenfalls Kurzurlaube den Tourismus, unter den Gästen viele Wanderer und Radfahrer, als Kurzzeiturlauber oder auch Tagesgäste.

 

Eine eigene Entwicklung hat das Feriendorf genommen, das seinerzeit von drei Investoren errichtet wurde. Das Feriendorf „Burgblick“ war 1981/82 ent-standen und war bis 1998 insgesamt als solches in Betrieb. Es besteht aus 104 Häusern, die bis auf 30 [Korrektur: 40] mittlerweile aber alle privatisiert worden sind. Zur Investorengruppe gehörten ursprünglich weitere Feriendörfer u. a. in Frielendorf, in Frankenau und in Hirzenhain. Die Ferienhäuser waren zur Kurzzeitvermietung an Feriengäste errichtet worden. Nach knapp 20 Jahren änderten die Eigen-tümer jedoch ihre Geschäftsstrategie, verkauften die Ferienhäuser in Einzel-eigentum und führten den Übernachtungsbetrieb im Feriendorf auf einen Restbe-stand an Ferienhäusern zurück - eine Vorgehensweise ohne Rücksicht auf die örtlichen Bedingungen für Tourismus und  Wirtschaft, wie diese zuvor bereits in den ebenfalls geschlossenen Feriendörfern Hirzenhain und Osterode praktiziert worden war. Die Rücknahme dieser freien Übernachtungskapazitäten war dann auch ursächlich für den dramatischen  Rückgang der Übernachtungszahlen in Ulrichstein, weil große Veranstalter die  Anlage wegen der privaten Nutzung durch Einzel-eigentümer nicht mehr buchen wollten. Auch für den kleinen Restbestand an vermietbaren Ferienwohnungen ist die Nachbarschaft zu den quasi als Eigen-heime genutzten Häusern nicht günstig. Die Interessen von dauerhaft Wohnen-den und Feriengästen gehen auseinander. Die Entwicklung ist aber heute — selbst wenn das gewollt wäre — kaum mehr rückgängig zu machen."

 

Mittlerweile hat sich in dem ehemaligen "Ferienpark Burgblick" allerdings die Möglichkeit einer anderen "Anschlussverwendung" herauskristalisiert, die weder für Hintze noch die bereits oben zitierte HNA-Studie vorauszusehen war. Aufgrund der Tatsache, dass bei der tatsächlich auch in Ulrichstein erfolgten (und bis heute nicht abgeschlosse-nen!) "Privatisierung" viele der Erwerber die einstigen Ferienhäuser als Altersruhesitz nutz(t)en und noch weitere Ruheständler hinzu kommen, drängte sich ein Projekt zur Realisierung alternativer Wohnformen im Sinne eines "Seniorendorfes", vielleicht ergänzt durch Pflegewohngruppen in seniorengerechten Einzelhäusern oder -appartements, gerade-zu auf. Hier musste - von Sanierungen des mittlerweile durch über 20-jährigen Leerstand in Mitleidenschaft gezogenen Ferienhausbestands einmal abgesehen - keine neue Bauträger-maßnahme erfolgen. Das "Seniorendorf" war im Grunde bereits vorhanden und konnte infolge des Verkaufs eines Großteils der Häuser an eine entsprechende Zahl einzelner Eigen-tümer, die beim Hauserwerb Kapital eingebracht haben, wirtschaftlich auch nicht scheitern.

Was fehlte, war ein übergeordnetes Management, mit dessen Hilfe der Stadtteil planvoll zu einem alternativen Wohnprojekt hätte weiterentwickelt werden können. Hierzu wäre ein Angebot niederschwelliger Betreuungsleistungen auf der Basis von Nachbarschaftshilfe und evtl. Kleingewerbe, das dem mit dem Alter wachsenden Bedürfnis der Bewohner nach Versorgungssicherheit entspricht, zu entwickeln gewesen. Dies hätte den langfristigen Verbleib der Senioren in den eigenen vier Wänden und die Aufrechterhaltung einer eigen-verantwortlichen Lebensführung ermöglicht. Später hätte dann - in Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten, Heimträgern und Pflegekassen - auch ein Betreuungsangebot für Pflegebedürftige resp. deren Angehörige entwickelt werden können. Die Feriendorf-Architektur (überwiegend ebenerdige Bauweise, Verkehrsberuhigung, Gelände mit geringem Gefälle) und die Infrastruktur der direkt angrenzenden Kernstadt inklusive des Alten- und Pflegeheims  "Haus am Schlossberg" in unmittelbarer Nachbarschaft²) stellten besonders günstige Standortfaktoren für ein solches Vorhaben dar.

 

Bereits im Jahr 2010 war ein solches alternatives Wohnkonzepte für Senioren im Internet zur Diskussion gestellt worden (siehe Webseite der AVIB gemn.e.V.), das an die oben bereits in Auszügen zitierte HNA-Studie und die darin enthaltenen Vorschläge, das inzwischen in ein reguläres Wohngebiet ohne die Beschränkungen einer Ferien- oder Wochenendhaussied-lung umgewandelte "Feriendorf Burgblick" neu zu beleben, anschloss. Dass die Realisierung dieses Vorhabens trotz seiner Plausibilität bis heute wesentlich voran gekommen ist, hat verschiedene Ursachen:

  • mangelnde Voraussicht der Bewohner, die die Möglichkeit zukünftig eintretender Ein-schränkungen ihrer Autonomie (Altersbeschwerden etc.) lieber verdrängen als für diesen Fall Vorsorge zu treffen;
  • "Gegenwind" seitens der Stadt Ulrichstein aufgrund falschen Konkurrenzdenkens (hier ist insbesondere der absurde Vorwurf des Bürgermeisters zu nennen, die Wohnpark-Initiative habe in ihrer Programmatik die Arbeit des örtlichen Pflegeheims schlecht geredet (siehe Richtigstellung in der Presse);   
  • Versuche, die Seniorendorf-Idee zu kapern und für individuelle Geschäftsinteressen zu missbrauchen (Verkaufshilfe von Ehrenamtlichen für die Vermarktung des leer stehenden Immobilienbestands der Ferienpark Ulrichstein GmbH). 

Vor allem Letzteres hat die Bemühungen um eine Selbstorganisation der Bürger im Wohngebiet Burgblick um Jahre zurück geworfen. Lesen Sie hierzu bitte den Beitrag im Anschluss. 


1) Der Name Ulrichstein taucht erstmalig in einer Urkunde von 1279 auf, Stadtrechte seit 1347.  

²) Das "Haus am Schlossberg" in Ulrichstein wurde am 26.06.2014 einer Qualitätsprüfung gemäß § 114 Abs. 1 SGB XI unterzogen und erreichte laut AOK-Gesundheitsnavigator eine Bewertung von 1,2 (sehr gut) im Bereich Pflege und medizinische Versorgung, 1,4 (sehr gut) im Bereich Umgang mit demenzkranken Bewohnern, 1,7 (gut) im Bereich soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie 1,0 (sehr gut) im Bereich Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. Gesamtnote 1,3 (sehr gut). Der Durchschnitt der Bewertungen in Hessen (324 von 730 Pflegeeinrichtungen geprüft) liegt bei Gesamtnote 1,2.  


Download
Bericht des SPIEGEL aus dem Jahr 1982 über Feriendorfpleiten
SPIEGEL_1982_17_14346611[1].pdf
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Weitere Informationen zur Entwicklung des Tourismus in Ulrichstein unter dem Link:

"Vom Winde verweht"


Dokumentation

Trittbrettfahrer (Merke: Ein Tritt in den Hintern ist nicht immer ein Schritt nach vorn!):

Die "Siedlung Burgblick" des Rolf H.

Wie unseriöse Geschäftemacher versuchten, die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens kommerziell auszubeuten.

Teil 1:

Download
Werbeseite des Immobilienverkäufers Rolf H. (inzwischen entfernt)
prospekt siedlung burgblick.pdf
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Teil 2:

Ulrich Lange (AVIB gemn.e.V.): Anmerkungen zur "Siedlung Burgblick"


Die geschilderten Umtriebe einiger Immobilienspekulanten und ihrer leichtgläubigen Anhängerschaft konnten unsere Pläne zwar zeitlich zurückwerfen, uns aber letztlich nicht aufhalten. Viel Porzellan ist in den letzten Monaten unnötig zerschlagen worden und viel Vertrauen damit verloren gegangen. Die enttäuschten Bewunderer des einstigen Amateur-Maklers und vermeintlichen Hoffnungsträgers Rolf H. grollen wohl noch immer und suchen die Schuld für die Fehler der Vergangenheit bei allen außer bei sich selbst. Und die "Fe-rienpark Ulrichstein GmbH" vermarktet ihre Gebrauchtimmobilien nun wieder selbst - leider zu den alten Konditionen und damit natürlich weitgehend erfolglos.

 

Glücklicherweise haben Bund und Land mit dem "Freiwilligendienst aller Generationen" (FDaG) ein Format aufgelegt, das unsere Intentionen in idealer Weise unterstützt. Die Initialzündung für den Neustart erfolgte durch den Fachtag "Gemeinsam engagiert - Zukunft gestalten mit dem Freiwilligendienst aller Generationen", der am 28.09.2016 an der Hoch-schule Fulda stattfand.

In Hessen stehen - jeweils für die Regionen Nord-, Mittel-, Ost- und Südhessen - Mobile Kompetenzteams ("MoKos" zur Verfügung, die Freien Trägern, Kommunen und Verbänden Beratung und Begleitung beim Aufbau von Freiwilligendiensten im Rahmen ihrer Institu-tionen und Projekte anbieten. Über diese werden auch Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren in Einsatzstellen (soziale, kulturelle oder anderweitige Einrichtungen) vermittelt, die sich für mindestens sechs Monate bei mindestens 10 Stunden in der Woche im FDaG für das Gemeinwohl engagieren wollen.

Ein erstes Treffen mit dem MoKo Mittelhessen hat am 4.11.2016 in unserem Bürgertreffpunkt Burgblick 1+2 stattgefunden. Es wurde beschlossen, an dem Engagementlotsen-Programm des Landes Hessen teilzunehmen und das Freiwilligenzentrum hierdurch aufzuwerten. Zu-dem soll eine Reihe kleinerer Veranstaltungen, Aktionen und Projekte über den Bürger-treffpunkt und die Verbraucherberatungsstelle vorbereitet werden, um neues Interesse im Wohngebiet Burgblick zu wecken.   

 

Wenn Sie als (derzeitiger oder künftiger) Bewohner des "Burgblick" Interesse an unserem Projekt "Gemeinschaftliches Wohnen in Ulrichstein" haben, nehmen Sie Kontakt zu unserem Freiwilligenzentrum auf!  Unsere Kontaktdaten:

 

Freiwilligenzentrum (FZ) Ulrichstein

Bürgerbüro

Burgblick 3     35327 Ulrichstein

Tel.: 06645 918789    Mobil: 0170 - 5513947

Email: fzulrichstein@gmail.com

PC-Fax: 03222 377 3044

Webseiten: 

http://freiwilligenzentrum-ulrichstein.npage.de/

http://generationenhilfevogelsbergkreis.npage.de/

http://alternativeswohnen.npage.de/

Kontaktformular:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Lesestoff zum Thema Quartiersentwicklung:

Quartierskonzepte für den Aufbau von Netzwerken

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"Sozialräume demografiefest machen!"

In einer wachsenden Zahl von Kommunen ist man endlich aus dem Dornröschenschlaf erwacht und entwickelt konkrete Projekte, um Wohnquartiere seniorengerecht zu organisieren. Große Bedeutung kommt dabei sog. Quartiersentwicklern als Motoren der demografiefesten (seniorengerechten) Umgestaltung von Stadtteilen zu. Das Land NRW stellt jetzt im Rahmen eines Förderprogramms "Entwicklung altengerechter Quartiere in NRW" Kommunen oder Kreisen sogar Mittel zur Verfügung, mit deren Hilfe sie ihnen geeignet erscheinende Quartiere als beispielhafte Sozialräume planen und verändern können. Über gute Beispiele und Konzepte informiert das Landesbüro Altengerechte Quartiere unter www.aq-nrw.de!

 

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Meinungs-Blog (bloggen Sie mit!):

Was tun, wenn man nicht ins Altersheim möchte?

...fragte vor einiger Zeit das SZ-Magazin. Ein Patentrezept gibt der Beitrag zwar nicht, vermittelt aber die nachfolgende späte Erkennnis:

 

„Heute weiß ich, ich habe mich geweigert, beizeiten über das Altwerden nachzu-denken. Ich meine vor allem über die ganz praktischen Dinge: Wo und wie willst du wohnen? Wer soll das bezahlen? Man soll sich sein Zuhause, seinen Alterssitz, selber bauen. Dass meine alte Wohnung im dritten Stock lag und nur über sehr steile Stiegen zu erreichen war, wusste ich seit 25 Jahren. Dennoch habe ich es immer als sportliche Herausforderung begriffen, mich nie gefragt: Und, wie willst du da mal raufkommen, wenn deine Beine dich nicht mehr tragen? Leben wollen wir alle lang, nur alt werden nicht.“

 

Aktuell machen sich immer mehr Menschen bereits recht früh Gedanken darüber, wie sie nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess leben wollen und ihr Lebensumfeld so gestaltet werden kann, dass eine adäquate Versorgung in allen Phasen des Alterns gewährleistet ist. Aber nur die Wenigsten sind in der privilegierten Situation, für den letzten Lebensabschnitt tatsächlich ein Eigenheim zu er-richten. Die meisten Rentnerinnen und Rentner sind auf Angebote angewiesen, die kommunale Bau-träger oder die private Wohnungswirtschaft entwickeln, um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden. Oder sie schließen sich mit Gleichgesinnten zusammen, um neue Wohnformen nach ihren Vorstellungen selbst zu realisieren. Auch hierbei benötigen sie allerdings zumeist die Unterstützung der Politik. Diese reicht - zumindest im Vogelsbergkreis - nach meinem Eindruck noch bei weitem nicht aus. Der Grund liegt in einem traditionellen Altersbild, das immer noch weit verbreitet ist. Und leider erkennt man die Potenziale des Alters für die Entwicklung des ländlichen Raums noch viel zu wenig!


Ulrich Lange

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