Was tun, wenn man nicht ins Altersheim möchte?

...fragte vor einiger Zeit das SZ-Magazin. Ein Patentrezept gibt der Beitrag zwar nicht, vermittelt aber die nachfolgende späte Erkennnis:

 

„Heute weiß ich, ich habe mich geweigert, beizeiten über das Altwerden nachzu-denken. Ich meine vor allem über die ganz praktischen Dinge: Wo und wie willst du wohnen? Wer soll das bezahlen? Man soll sich sein Zuhause, seinen Alterssitz, selber bauen. Dass meine alte Wohnung im dritten Stock lag und nur über sehr steile Stiegen zu erreichen war, wusste ich seit 25 Jahren. Dennoch habe ich es immer als sportliche Herausforderung begriffen, mich nie gefragt: Und, wie willst du da mal raufkommen, wenn deine Beine dich nicht mehr tragen? Leben wollen wir alle lang, nur alt werden nicht.“

 

Aktuell machen sich immer mehr Menschen bereits recht früh Gedanken darüber, wie sie nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess leben wollen und ihr Lebensumfeld so gestaltet werden kann, dass eine adäquate Versorgung in allen Phasen des Alterns gewährleistet ist. Aber nur die Wenigsten sind in der privilegierten Situation, für den letzten Lebensabschnitt tatsächlich ein Eigenheim zu er-richten. Die meisten Rentnerinnen und Rentner sind auf Angebote angewiesen, die kommunale Bau-träger oder die private Wohnungswirtschaft entwickeln, um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden. Oder sie schließen sich mit Gleichgesinnten zusammen, um neue Wohnformen nach ihren Vorstellungen selbst zu realisieren. Auch hierbei benötigen sie allerdings zumeist die Unterstützung der Politik. Diese reicht - zumindest im Vogelsbergkreis - nach meinem Eindruck noch bei weitem nicht aus. Der Grund liegt in einem traditionellen Altersbild, das immer noch weit verbreitet ist. Und leider erkennt man die Potenziale des Alters für die Entwicklung des ländlichen Raums noch viel zu wenig!


Ulrich Lange

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Kommentare: 6
  • #1

    observatore vulkania (Montag, 17 November 2014 11:02)

    Es ist schon erstaunlich, welche großen Unterschiede in der Seniorenarbeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen bestehen. Während man es mancherorts bei der üblichen Hochbetagtenbespaßung belässt und sich einen Seniorenbeirat schenkt oder die Amtsträger sich ausschließlich dafür interessieren, dass die örtlichen Pflegeheime (in deren Aufsichtgremien oft die Kommunalpolitiker sitzen!) auch ja gut gefüllt sind und rentierlich arbeiten, sind andere Gemeinden bemüht, die Bedürfnisse der älteren Mitbürger zu erfragen und ihre Lebenssituation durch Aktivierung der Nachbarschaft zu verbessern. So heißt es in einem Zeitungsbericht über die Gemeinde Syke in Norddeutschland:
    >> Eine Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ältere Menschen zu unterstützen, damit diese möglichst lange selbstständig bleiben können. Die Gruppe setzt sich aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, dem Seniorenbeirat und mehreren Ortsbürgermeistern zusammen. [...] Ein Fragebogen soll nun dabei helfen, die Bedürfnisse der älteren Bürger vor Ort zu erkennen – und, wenn möglich, Lösungen zu entwickeln. „Wir wollen nichts vorgeben“, betont Anke Schwan, Ortsbürgermeisterin in Steimke. „Es soll hier etwas entstehen, das sich aus den Menschen selbst entwickelt.“
    Dafür ist ihr Stadtteil als „Vorreiter“ auserkoren worden: Die Steimker Bürger bekommen als erste die Möglichkeit, ihre Wünsche zu formulieren. Mit dem Ausfüllen der Fragebögen und der Teilnahme an der Versammlung im Steimker Hof können sie dazu beitragen, mögliche Defizite herauszufinden.
    Welche Einrichtungen sind für sie von zu Hause aus schlecht zu erreichen? Möchte man bei Bedarf überhaupt die Hilfe von Nachbarn oder anderen Freiwilligen in Anspruch nehmen? Wie wichtig ist es den Bürgern, im Alter zu Hause wohnen zu bleiben?
    „Quartiersmanagement“ heißt dieses Steuerungsverfahren in der Stadtentwicklung. „Dieser Begriff hat ein bisschen etwas Behördliches“, räumt Helmut Beyerle vom Seniorenbeirat ein. Es liege aber an den Bürgern selbst, ihn mit Leben zu füllen. Beyerle erhofft sich einen „Impuls für die Ortschaft“ , der zu einem höheren Gemeinsinn führen könne.<<
    Siehe: http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/syke-ort44535/buergerversammlung-thema-wie-wollen-alter-steimke-leben-4450999.html?cmp=defrss

  • #2

    Jenise Linsley (Montag, 23 Januar 2017 00:33)


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  • #3

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  • #4

    Reynalda Billiot (Dienstag, 24 Januar 2017 14:00)


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  • #5

    Emelina Willmore (Dienstag, 24 Januar 2017 15:33)


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  • #6

    othegraven (Dienstag, 26 September 2017 09:05)

    Wir versuchen schon eine Zeit unser "Alter" zu regeln, aber es ist kaum möglich. Wir haben ein großes Haus auf dem Land und deswegen kann man es nicht vermieten oder verkaufen. So hängen wir fest. Wir hören von Interessenten: "Ach sie sollten doch froh sein, wenn Ihnen jemand den großen Kasten abnimmt, hier auf dem Land, da können Sie nicht noch groß Geld verlangen".
    Eine Frechheit! Nur weil wir alt sind sollen wir alles verschenken? Wie wird nur mit älteren Menschen umgegangen? Am liebsten wäre es wohl den jüngeren, wir verschwinden und sie brauchen sich keine Gedanken mehr um uns machen. Ab der Rente hat man wohl keine Lebensberechtigung mehr.
    Wo sind die Alten alle hin? Man sieht auf den Straßen auch keine. Wo seit Ihr?
    Wir wollen im Alter noch Spaß haben, mit netten Menschen zusammen sein, am Leben teilnehmen, nur wo und wie.
    Bitten um Hilfe um einen ruhigen Lebensabend realisieren zu können. Nein nicht alleine und nicht im Altersheim!