Gemeinschaftliches Wohnen und Verbraucherberatung

Eine Besonderheit unseres Konzepts ist die Verbindung des gemeinschaft-lichen Wohnens mit dem Angebot einer Verbraucherberatungsstelle (AVIB gemn.e.V.). Dies mag auf den ersten Blick überraschen, erscheint aber bei näherer Betrachtung logisch und konsequent.

 

Verbraucherschutz

Was haben gemeinschaftliches Wohnen und Verbraucherschutz miteinander zu tun? Ein-fache Antwort: Die Welt ist schlecht und alternatives Wohnen jeglicher Art wird vielfach primär unter kommerziellen Gesichtspunkten vermarktet. Wo zudem gewisse Notlagen (Ein-samkeit, Krankheit etc.) in Verbindung mit gewissen Vermögenswerten vermutet werden, sind auch windige Geschäftemacher und ausgesprochene Schwindler schnell zur Stelle. Ins-besindere wenn es um Offerten für Senioren geht, wittern die Hyänen leichte Beute.

Hinzu kommt: Mehrgenerationenhäuser, Senioren-WGs, Seniorendörfer usw. umgibt per se die Aura der Menschenfreundlichkeit und Uneigennützigkeit. Das beeinträchtigt oft den gesunden Menschenverstand und das natürliche Misstrauen. Da ist von Hilfe, Geborgenheit in der Gemeinschaft oder der angeblich ersehnten "lieben Oma" die Rede. Tatsächlich soll aber nur ein Mitfinanzierer für das überschuldete Eigenheim oder die unrentable/sanie-rungsbedürftige Großimmobilie ("ideal geeignet für...) mit ins Boot geholt werden, natürlich ohne Grundbuchabsicherung, aber bei vollem Haftuingsrisiko einer GbR; günstigstenfalls sucht man eine billige Kinderbetreuung.  

Das ruft notwendigerweise den Verbraucherschutz auf den Plan. Interessenten, die sich finanziell an der Errichtung, Sanierung und/oder dem Betrieb von Bauträger-Projekten beteiligen bzw. sich dort in irgendeiner Form einmieten sollen, laufen immer Gefahr, hierbei auf Verkaufsmaschen hereinzufallen, die mehr an Gegenwert oder abrufbarer Leistung ver-sprechen als hinterher geboten wird. Gerade Senioren, die für den letzten Lebensabschnitt vorsorgen wollen und oft das Letzte an Vermögen einsetzen, ist es von besonderer Wich-tigkeit, gegen Abzocke oder Betrug geschützt zu sein. Wie notwendig der Verbraucherschutz in diesem Bereich ist, haben nicht zuletzt unsere Erfahrungen mit unseriösen Trittbrett-fahrern bewiesen, die unsere auf ehrenamtlichem Engagement beruhende Wohnpark-Idee zu kapern und für eigennützige Gewinninteressen zu missbrauchen versuchten (siehe Start-seite)!

 

Kein "Verkäufer", Vermieter oder Vermittler

Die AVIB gemn.e.V. als überörtliche Verbraucherberatungsstelle mit Sitz in Ulrichstein hat sich auf gewerbliche Wohnangebote spezialisiert, die zusammen mit weiteren Dienst-leistungen höherer Art (z.B. Erziehung, niederschwellige Betreuung o.ä.) angeboten werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Schülerinternate, Mehrgenerationen-Wohnprojekte oder Seniorendörfer. In diesem Rahmen leistet die AVIB vor allem gezielte Verbraucher-aufklärung.

Darüber hinaus fungiert die AVIB aber auch als örtliche Beratungsstelle. Das Projekt "Gemeinschaftliches Wohnen in Ulrichstein" wurde ursprünglich von uns als Referenz-Modell einer "sorgenden Gemeinschaft" entwickelt, die denjenigen ein ebenso anregendes wie im Bedarfsfall unterstützendes Umfeld bieten sollte, die nicht (mehr) auf das System Familie zurück greifen können.

Selbstverständlich sollte dieses Vorhaben, obwohl es bis dahin nur "auf dem Papier" bestand, verbraucherschützerischen Maßstäben gerecht werden. Es stellte aber keine (von der AVIB als "Unternehmerin" verantwortete) reale Bauträgermaßnahme und auch kein wohnungswirt-schaftliches Angebot (Vermietung von Wohnraum) dar, sondern bestand ausschließlich darin, die Bewohner des ehemaligen "Ferienparks Burgblick" und eventuelle Neubürger mittels eines theoretischen Konzepts zu nachbarschaftlicher Selbstorganisatiom anzuregen, um die Hauseigentümer, Mieter und ggf. Bauherren von Umbauten oder neuen Objekten hierdurch in die Lage zu versetzen, dank der Unterstützung vertrauenswürdiger Nachbarn und Freunde so lange wie möglich ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben in ihrer gewohnten Umgebung führen zu können.

 

Eine weitere Aufgabe der AVIB gemn.e.V. als örtliche Verbraucherberatungsstelle besteht darin, Interessenten vor Ort in Fragen einer möglichen Ansiedlung zu beraten. Dies geschieht durch Informationen über das örtliche Mietpreis- und Kaufpreisniveau sowie über das aktuelle Angebot an Miet- oder Kaufobjekten in der Kernstadt von Ulrichstein (siehe unten), soweit wir hiervon Kenntnis erlangen. Alle Angaben erfolgen nach besten Wissen und Gewissen und selbstverständlich provisionsfrei! Wir bemühen uns um sorgfältige Recherche, können aber für die Zuverlässigkeit der aufgefundenen Informationen letztlich  keine Gewähr im juristischen Sinne übernehmen.

 

Als künftige Erweiterung der Verbraucherberatung vor Ort stellen wir uns die Bildung einer Expertengruppe (vgl. z.B. Projekt 4 auf der Startseite) vor, die Alteigentümer, Neuerwerber oder Mieter nicht nur in Fragen von Renovierung/Sanierung/Neubau usw. berät, Nachbar-schaftshilfe organisiert oder den Kontakt zu Kleingewerbetreibenden und Handwerksfirmen herstellt, die Alltagshilfen anbieten oder bei der Realisierung von Renovierungs-, Umbau und Neubaumaßnahmen in Anspruch genommen werden können. Auch Interessenten an der Umsetzung unkonventioneller Bauprojekte, insbesondere im Rahmen des ökologischen und niedrigpreisigen (sozialen) Bauens (siehe "Tiny-House-Movement") sollen praxisorientierte Informationen etwa  über Baukasten-Lösungen oder Fertig-Module, Holzbau, Lehmbau, autarke Häuser, effektive Heizsysteme u.a.m. erhalten. 

 

Information und Beratung zur allgemeinen Verbesserung der Lebensverhältnisse

 

Als zusätzliche künftige Aufgabe der AVIB gemn.e.V. im Rahmen des Projekts "Gemein-schaftliches  Wohnen" sehen wir die Information der Bewohner über alle Möglichkeiten an, die eigenen Lebensverhältnisse durch Schärfung des Verbraucherbewusstseins und ent-sprechendes Verbraucherverhalten zu verbessern. Einige Beispiele: 

 

Senkung der Lebenshaltungskosten durch Bildung von Einkaufsgemeinschaften

Hierdurch lassen sich erhebliche Preisvorteile realisieren. So kann man Sammelbestellungen für Heizmaterial aufgeben oder sich zusammenschließen, um etwa gegenüber Strom-anbietern als Großkunden aufzutreten (ca. 30% günstigere Tarife!) bzw. auch bei anderen gängigen Waren und Dienstleistungen Vorzugspreise aushandeln zu können!

Wenn eine gewisse Abnahme gewährleistet ist, können auch mit Bäckern, Metzgern, Getränke-, Obst- und Gemüsehändlern usw., die mit ihren Fahrzeugen über die Dörfer fahren, ein oder zwei "Markttage" pro Woche vereinbart werden.

Oder umgekehrt kann man Fahrgemeinschaften zu festen Terminen in die nächstgelegenen Einkaufszentren verabreden.

Auf diese Weise kann mancher vielleicht das eigene Fahrzeug einsparen oder zumindest die Betriebs- und Unterhaltskosten senken. 

 

Rente aufbessern durch Gründung von Kleinunternehmen 

Eine gute Möglichkeit, das notwendige Dienstleistungsangebot für die (älteren) Mitglieder des Wohnprojekts zur Verfügung zu stellen, besteht darin, Impulse für Existenzgründungen aus dem Kreis der Senioren selbst oder eventuell auch der jün-geren Bewohner ohne Vollzeitjob (z.B. Alleinerziehende mit kleineren Kindern) zu geben. Selbst im Seniorenalter sind Existenzgründungen noch realisierbar bzw. können evtl. noch staatliche Förderung und Existenzgründungskredite in Anspruch genommen werden. Wichtig hierbei ist die Minimierung von wirtschaftlichen Risiken durch die günstigste Rechtsform (siehe z.B. Ein Euro GmbH).   

 

Anregung zur Gründung sozialer Projekte wie z.B. einer Foodsharing-Gruppe

Um etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu tun und zum Beispiel eine Kochgruppe des Wohnprojekts mit Lebensmitteln zu versorgen, können Bewohner sich der Organisation "Lebensmittelretter" (Link zur URL) oder einem ähnlichen Projekt anschließen.

Praktische Umsetzung: Wer sich dem "Fair-Teiler"-Team anschließen möchte, das im Wohngebiet Burgblick für die Lebensmittel-Abholstation zuständig ist, meldet sich zuerst auf der Seite https://foodsharing.de/#org und dann im Bürgerbüro (Tel.: 06645/918789) persönlich an. Dasselbe gilt für das "Food-Saver"-Team, das den Kontakt zu den koope-rierenden Firmen aufbaut und die Abholung organisiert. Wer "Food-Saver" werden will, sollte zusätzlich das Informationsmaterial lesen, das man unter http://wiki.lebensmittel-retten.de/Hauptseite (rechte Spalte) aufrufen kann.

 

Wer Werbematerialien benötigt, um z.B. Kooperationspartner in der Region zu gewinnen, kann diese per Email an die Adresse "bestellung@foodsharing.de" bestellen. Bitte vorher den Wiki-Artikel zu diesem Thema lesen!


Info: Mietspiegel für Ulrichstein

Einen amtlichen Mietspiegel für die Stadt Ulrichstein gibt es nicht. Den einzigen Eintrag zu "Mietspiegel für Ulrichstein" finden Sie hier. Den Angaben der Seite "Mietcheck.de" (nicht amtlich autorisiert!) können Sie entnehmen, dass die während der letzten 12 Monate in Ulrichstein erzielten Mieten/m² bei € 3,60 lagen. Der im oberen Teil der Seite sichtbare rote Eintrag "Mietspiegel Ulrichstein: 4,17 Euro/m²" basiert auf lediglich vier eingetragenen Mietangeboten. Ein Durchschnittswert auf der Basis von derart wenigen aktuellen Mietobjekten ist jedoch nicht geeignet, das allgemeine Mietniveau in Ulrich- stein abzubilden. Es ist zu beachten, dass es sich bei diesen wenigen Beispielen um besonders hoch- wertige Mietobjekte in gesuchten Lagen handeln könnte, die für den Mietbestand in Ulrichstein nicht repräsentativ sind. Geforderte Mieten können zudem nicht mit den tatsächlich auch erzielten Mieten gleichgesetzt werden.

 

Einen gewissen amtlichen Orientierungsrahmen bieten die Zahlen, die der Vogelsbergkreis als "angemessene Unterkunftskosten" für Leistungsbezieher zu Grunde legt:

 

Person(en): 1

abstrakt angemessene Wohnungsgröße: 50 m²

Nettokaltmiete pro m²: 4,19 €

kalte Betriebskosten (Nebenkosten) pro m²: 1,50 €

Addition Nettokaltmiete und kalte Betriebskosten pro m²: 5,69 €

Bruttokaltmiete (Produkt aus Spalte 2 und 5): max. 284,50 €  


Wenn Sie Neubürger in Ulrichstein werden wollen...

Gern weisen wir auf Möglichkeiten hin, sich hier im Ferienpark Burgblick (oder auch in der nur wenige hundert Meter entfernten Kernstadt von Ulrichstein) niederzulassen, da uns engagierte Neubürger für unser Vorhaben "Gemeinschaftliches Wohnen" sehr willkommen sind.

Gleichzeitig ermutigen wir als Verbraucherschützer jedoch jeden Interessenten, die vorhandenen Optionen (Miete, Mietkauf, herkömmlichen Immobilienerwerb oder Neubau) jeweils sehr sorgfältig zu prüfen.

 

Allgemeine Tipps:

 

Bevor Sie mieten oder kaufen, orientieren Sie sich über die regionale bzw. örtliche Markt-situation und über das entsprechende Preisgefüge (durchschnittliche Wohnungs- bzw. Haus-mieten sowie durchschnittliche Grundstücks- und Immobilienpreise und deren Entwick-lungstendenzen)!

Beachten Sie darüber hinaus die Ratschläge erfahrener Notare für den Abschluss notarieller Kaufverträge! 

Bedenken Sie, dass die Statistiken der Immobilienwirtschaft zumeist wesentlich optimisti-scher sind als es der objektiven Marktsituation entspricht. Investieren Sie unbedingt die 50 € für den amtlichen Immobilienmarktbericht, der bei der Geschäftsstelle der Gutachter-ausschüsse per E-Mail unter

 

gutachterausschuss.vogelsberg@hvbg.hessen.de 

 

bestellt werden kann.

 

Eine seriöse Informationsquelle ist auch die Ulrichsteiner Stadtverwaltung, da dort sämtliche Angaben über aktuelle Gebäude- und Grundstücksverkäufe eingehen. Hier kennt man auch die  realistischen Mietpreise oder kann, da es einen offiziellen Mietspiegel für Ulrichstein nicht gibt, zumindest Erfahrungswerte zum aktuellen Mietpreisniveau mitteilen.

Auch bei den örtlichen Handwerksbetrieben des Baugewerbes, die den Bestand aufgrund von Bau- bzw. Reparaturaufträgen gut kennen sowie allgemein das Verhältnis von Angebot und Nachfrage gut einschätzen können, lässt sich in Erfahrung bringen, ob die genannten Miet- oder Kaufpreise eines Anbieters "marktgerecht" sind.

 

Ziehen Sie auch Erkundigungen ein, wie bestimmte Standortbedingungen (zum Beispiel Leerstände oder die Nähe zu Windkraftanlagen) bzw. bestimmte Ausstattungsmerkmale (Dach- und Wandisolation, Art der Heizungsanlage (Vorsicht bei Nachtspeicherheizungen!) etc. und bestehende Sanierungsauflagen des Gesetzgebers sich auf das Mietpreisniveau, die Wertentwicklung bzw. die letztendlichen Kosten einer Wohnung/eines Hauses auswirken.

 

Vor der Unterzeichnung eines Kaufvertrags sollte man die fachkundige Meinung eines BAFA-zugelassenen Ingenieurbüros oder Energieberaters des örtlichen Stromversorgers einholen!

 

Ab 01.05.2014 müssen Vermieter und Verkäufer in Immobilienanzeigen die energetischen Kennwerte des Gebäudes/der Wohnung aus dem Energieausweis angeben (Energiever-brauchsausweis, der den sog. Energiekennwert = tatsächlicher Energieverbrauch in Kilowattstunden je m² und Jahr angibt, oder Energiebedarfsausweis, dessen Kennwert auf der Grundlage der technischen Gebäudeeigenschaften wie Art der Dämmung, Verglasung, Heizung usw. theoretisch ermittelt wird).

 

Bei der Besichtigung muss der Energieausweis vorgelegt und nach Vertragsabschluss eine Kopie des Energieausweises an den Käufer oder Mieter übergeben werden. Wird dies unterlassen oder werden falsche Angaben gemacht, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar! Im Rahmen der Abwicklung von Grundstückskaufverträgen ist der Notar verpflichtet, auf diese Verkäuferpflichten und ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu informieren.

 

Viele Miet-/Kaufverträge enthalten eine Klausel, nach der der Mieter/Käufer freiwillig auf die Vorlage des Energieausweises verzichtet. Dies ist erst dann rechtswidrig, wenn der Vermieter /Verkäufer sich weigert, diesen Passus auf Verlangen des Mieters/Käufers aus dem Vertrag zu entfernen und den Vertragsabschluss vom Verzicht auf die Vorlage des Energieausweises abhängig macht. Bei Anzeige (Ordnungswidrigkeit) drohen dem Vermieter/Verkäufer Bußgelder bis 15.000 Euro.

 

Wohngebäude werden als EnEV-Ausnahmen eingestuft, wenn sie - z.B. als Ferienhäuser - nicht für eine ganzjährige Nutzung bestimmt sind, sondern hauptsächlich in der warmen Jahreszeit vermietet werden, der gemessene Energieverbrauch unter 25% dessen liegt, was im Falle einer ganzjährigen Nutzung anfallen würde, oder sie vor Vermietung/Verkauf längere Zeit leer standen. In diesem Fall ist kein Energieausweis vorzulegen. Doch gilt auch in diesem Fall: Immobilien ohne einen solchen Energieausweis sind kaum verkäuflich oder vermietbar. 

 


Verkaufsofferten der "Ferienpark Ulrichstein GmbH" (Rechtsnachfolger)

Siehe: 

 

Verkaufsanzeige: http://www.immobilienscout24.de/expose/46193717

Verkauf und Vermietung (Ferienhäuser/Gaststätte) "von privat", tatsächlich aus dem Bestand der ehemaligen Feriendorf Ulrichstein GmbH. Der genannte Verkäufer und ehemalige Betreiber (Gesellschafter) sind identisch.

Die ehemalige Errichtungs- und Betreibergesellschaft des Ferienparks Ulrichstein bzw. deren Rechtsnachfolger bieten nach wie vor eine Reihe von Ferienhäusern an, die vor dreißig Jahren nicht an Investoren veräußert werden konnten, seit mindestens 20 Jahren leer stehen und einen denentsprechenden Unterhaltungsstau aufweisen.

Für jeweils eine Hälfte der als Doppelhaus von je 54 m² Wohnfläche geplanten Apparte-menthäuser werden zwischen 48.000 und 58.000 Euro verlangt. Ähnliches gilt für den kleinsten freistehenden Haustyp mit 50 m² Wohnfläche. Für ein komplettes Doppelhaus (108 m² Wohn- und Nutzfläche, Energiekennzahl E, Nachtspeicherheizung, Grundstücksgröße im Durchschnitt ca. 900 m²) fallen laut einer kürzlich veröffentlichten Preisliste zwischen 96.000 € = 888 €/m² und 116.000 € = 1.074 €/m² an.

 

Zum Vergleich:

Nach dem neuesten Immobilien-Marktbericht für den Vogelsbergkreis kostet ein durch-schnittliches Ein- bis Zweifamilienhaus mit 170 m² Wohnfläche und 800 m² Grundstück im Schnitt 122.000 € = 718 €/m². Berücksichtigt sind hier natürlich auch begehrte Stadtlagen wie in der Kreisstadt Lauterbach oder der Fachwerk-Modellstadt Alsfeld. Eher dörfliche Standorte wie Ulrichstein dagegen, die dazu noch mit dem Manko des Windräder-Problems behaftet sind (man spricht hier von einem Wertverlust der Immobilien bis zu 30%!), dürften weit unterhalb der genannten 718 €/m² liegen. Damit sind die Ferienpark-Offerten generell um mindestens 20 bis 30 Prozent, im Einzelfall sehr wahrscheinlich sogar um bis zu 50 Prozent überhöht.

 

Von den Verkehrswerten und Grundstückspreisen, die in den Versteigerungs-Unterlagen einzelner Objekte genannt werden, die nach häufig jahrelangen Verkaufsbemühungen letztendlich in der Zwangsversteigerung landen, darf man sich nicht täuschen lassen. Entscheidend sind nicht irgendwelche "Wertgutachten" oft gar nicht so unabhängiger Sachverständiger, sondern die tatsächlich am Markt erzielbaren Verkaufspreise. Erfahrungsgemäß wechseln ehemalige Ferienhäuser mit rund 100 m² Wohnfläche für 30.000 bis 40.000 Euro den Besitzer, kleinere Objekte oft für deutlich weniger. Das heißt: Als tatsächlich realisierbarer Wert einer Ferienpark-Immobilie muss der in der Zwangs-versteigerung nach Wegfall der Wertgrenzen erzielte Zuschlag (zumeist nicht einmal die Hälfte des Verkehrswerts) angenommen werden. Dies zeigt sich auch an den Verkaufspreisen derjenigen Objekte, die außerhalb von Zwangsversteigerungsverfahren aus Privathand ver-kauft werden. Diese liegen ebenfalls nur knapp unterhalb des hälftigen Verkehrswerts.

 

Grundstückspreise von 34,00 Euro/m², wie sie in Wertgutachten häufig angenommen werden, sind ein Witz. In der Realität kann man sich entscheiden, ob man beim Erwerb von Gebrauchtimmobilien das Grundstück als kostenlose Beigabe zum Haus oder umgekehrt das Haus als kostenlose Beigabe zum Grundstück verbuchen will. Die Grundstücke für sich genommen sind weitgehend wertlos. Die Bebauung hat fast den Charakter einer "Altlast", da hier innerhalb von zwei Jahren nach Erwerb/Vermierung Sanierungsauflagen nach der EnEV2014 (Dämmung des Dachs und Isolation der Warmwasserleitungen) zu erfüllen sind. Zudem müssen 30 Jahre alte Nachtspeicherheizungen abgebaut und durch neue Heizungen ersetzt werden, da diese wegen des Wegfalls von Sondertarifen nicht mehr zu vertretbaren Kosten betrieben werden können.


Weitere Möglichkeiten, sich in Ulrichstein niederzulassen

Echte Angebote aus Privathand zu realistischen Preisen sind im Wohngebiet Burgblick nur relativ selten zu finden. Eher fündig wird man in der Kernstadt von Ulrichstein, oft nur wenige hundert Meter von dem ehemaligen Ferienpark entfernt. Es lohnt sich, auf einschlägigen Immobilienportalen nach geeigneten Objekten Aus-schau zu halten. Orientierung über die Nähe zum Wohngebiet Burgblick (wo man Kontakt zu einer hilfsbereiten Siedlungsgemeinschaft findet) bietet der hier auf-rufbare Stadtplan von Ulrichstein. Bei dreimaliger Betätigung des Vergrößerungsbuttons unten rechts auf der Stadtplan-Seite werden die einzelnen Gebäude sogar mit Hausnummern angezeigt.

Eine Alternative zu den Offerten der ehemaligen Betreiber-GmbH  könnte auch der Neubau von Kleinsthäusern auf Rest- oder Pachtgrundstücken sein. Mittlerweile hat sich der industrielle Fertigbau auch in Deutschland so rasant entwickelt, dass "Tiny Houses" sich als barrierefreie Neubauten mit modernstem Energiestandard zu deutlich niedrigeren Kosten realisieren lassen als sie im Ferienpark Burgblick für Gebrauchtimmobilien gefordert werden. Bezieht man den Import aus dem Ausland mit ein, dann ist ein Singlehaus mit 50 m² Wohnfläche für 10.000 Euro (200 US-Dollar/m²) keine Utopie mehr.

Ein entscheidender Faktor beim kostengünstigen Neubau ist die Beschränkung auf die geringstmögliche Grundfläche. Aufgrund optimierter Grundrisse und der Möglichkeit zu besonders raumsparender Möblierung sind Lösungen auch unterhalb von 50m² für eine Einzelperson (Single-Haus) ohne Komforteinbußen durchaus machbar, wobei auch die erheblichen Vorteile bei den laufenden Kosten (Energieverbrauch!) und der seniorengerechte Zuschnitt (Barrierefreiheit) wesentlich zu Buche schlagen.

Zahlreiche bereits bebaute Parzellen im Ferienpark Burgblick bieten aufgrund der teilweise sehr großzügig bemessenen Flächen die Möglichkeit zur Nachverdichtung mit Kleinhäusern (Anbau, "Gartenhaus"-Lösung o.ä.). So lässt sich für Zuzugswillige, die sich nach einem seniorengerechten Domizil umsehen und über ein gewisses Grundkapital verfügen, eine Möglichkeit schaffen, sich im Wohngebiet Burgblick  anzusiedeln, ohne auf den Bestand der ehemaligen Feriendorf-Betreiber angewiesen zu sein.

 

Die Möglichkeiten der Realisierung hängen natürlich von den Bestimmungen des gültigen Bebauungsplans bzw. der jeweiligen Erteilung von Sondergenehmigungen ab.

Download
Bebauungsplan für das Wohngebiet "Ferienpark Burgblick" in 35327 Ulrichstein
Bebauungsplan Ferienpark Burgblick.pdf
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